Informationen zur Rattengesundheit finden

Es macht immer Sinn, sich über die Gesundheit und vor allem mögliche Krankheiten und ihre Symptome (Anzeichen) bei Ratten zu beschäftigen. Vor dem Einzug und während der Haltung, nicht erst wenn die Ratte einem schon komisch vorkommt. Ratten zeigen erst sehr spät, wenn sie krank sind, man sollte also wissen, worauf zu achten ist, um es nicht erst zu merken wenn es vielleicht schon zu spät ist. Trauriger Fakt ist aber, Farbratten sind von der Sorte Haustier, die in ihrem Leben sehr sicher einmal den Tierarzt besuchen müssen. Manche sogar öfter.

Bücher als Informationsquelle

In allgemeinen Ratgebern zur Haltung von Farbratten findet man meist Hinweise, worauf man achten muss und was für Krankheiten auftreten können. Die Qualität dieser Bücher ist aber von sehr stark variierender Qualität. Hier gewinnt man höchstens einen ersten Eindruck und kleine Hinweise. Unbedingt darauf achten, dass das Buch möglichst neu ist, alles, was vor 2010 gedruckt wurde kann man heutzutage als Veraltet bezeichnen.

Für die, die länger Ratten halten wollen und tiefer einsteigen wollen in Krankheiten und deren Behandlungen, gibt es bisher m.W. nur einen Klassiker, der für den normalen Geldbeutel auch erschwinglich ist: „Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus“ von A. Ewringmann und B. Glöckner, mittlerweile schon in der 2. Auflage erhältlich. Wem die 60€ zuviel sind, der kann ja erst einmal versuchen, die Vorgängerauflage zu ergattern. Hier geht es schon viel medizinischer zu, aber es sind viele wichtige Krankheiten auch mit Bildern vorhanden. Die eine oder andere Krankheit fehlt natürlich, da auch andere Tierarten bearbeitet werden, dennoch ist es bisher das beste seiner Art in diesem Preissegment.

Internetforen

Auch wenn Foren heutzutage in ihrer Popularität leider sehr stark eingebüßt haben, möchte ich sie als Quelle für zuverlässige Informationen dringend hervorheben. Foren sind die einzige Kommunikationsplattform, die nachhaltiges Wachstum von Erfahrungswissen bündeln und nutzbar machen lässt. In den älteren hiervon – hier sei insbesondere www.rattenforum.de und www.ratteneck.eu empfohlen – kann man auf den Erfahrungsschatz von 15 Jahren und mehr an Rattenhaltung zurück greifen. Insbesondere dadurch, dass es sich hier um tierschutzorientierte Foren handelt, finden sich hier auch sehr viele langjährige Rattenhalter, die im Bereich der Notfalltiere aktiv sind und ein noch viel größeres Spektrum an Krankheiten mit erlebt, beobachten und vergleichen konnte, verschiedene Behandlungen ausprobieren und beurteilen kann und sich durch den höheren Bedarf auch in ihrer Freizeit tiefer mit vielen Krankheitsthemen beschäftigt hat.

Tiermedizinische Versorgung von Farbratten hat sich in den letzten 20 Jahren extrem verbessert. Waren vor 10 Jahren noch Lungenerkrankungen ein riesiges Problem, das für die meisten Tiere schon ab 1,5 Jahren problematisch wurde, so ist dies heutzutage mit neueren Behandlungsansätzen kaum mehr ein Problem. In Internetforen lässt sich Rat holen und beurteilen, ob man einen Tierarzt hat, der mit der Zeit geht.

Tierarzt und andere Fachpersonen/-publikationen

Ich habe zuviel Zeit mit Fachsimpeln und Gesprächen mit Tierärzten verbracht, um sie hier ganz außen vor zu lassen. Großartige Tierärzte kamen manchmal mit neuen Informationen von Fachleuten und eigenen Recherchen bei meinem nächsten Besuch und wir haben neue Methoden ausprobiert. Gemeinsam wurde geforscht, Ratten wurden nach ihrem Tod zur Obduktion gegeben, um mehr zu erfahren und medizinische Fachpublikationen gewälzt. Nachteil, für eine erste Information ist das nicht zu empfehlen. Ihr könnt gerne zum Tierarzt gehen und fragen, ob er euch alles über Rattenkrankheiten sagen kann und wie man sie erkennt – berichtet von der Reaktion! Manche großartige Tierärzte haben für solche Fragen schon an mich weiter geleitet, für Fragen der Geschlechterbestimmung, des Verhaltens, Früherkennung von Krankheitsanzeichen. Weil die Erfahrung da bei Menschen, die jahrelang intensiv mit der Tierart zusammen gelebt haben, natürlich deutlich größer sind.

Nachteil auch, für Fachsimpeleien braucht man eine kranke Ratte, mit der man zum Tierarzt fahren kann. Fachpublikationen sind ab einem gewissen Niveau fast nur noch auf englisch… beziehungsweise latein-griechisch mit vielen Zahlen und Tabellen. Medizinische Vorkenntnisse dringend notwendig.

Facebook und Co.

Nein. Es gibt keinen einzigen Bereich, wo ich empfehlen könnte, mich primär über solche Plattformen mit einer Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Sekunden zu informieren. Ein langfristiger Wissensspeicher ist hier nicht möglich, nur eine Spielwiese für viele gelangweiligte Menschen, die zwar wenig Erfahrung, aber zu allem irgend etwas dazu zu sagen haben. Und das sehr schnell, unfreundlich und in großen Massen, bis jede wichtige Information untergegangen ist. Wer hier ein Foto einer kranken Ratte einstellt kann gerne beobachten, wie Diagnosen von kerngesund bis kurz vorm Tod in allen Variationen kommen, während die einen nach sofortigem Nottierarzt schreien empfehlen andere Globuli und Kokosöl für jedes Problem und andere fallen in der zwischenzeit über deine vermutete Rattenhaltung und übereinander her. Besondere Wunder durfte ich erleben, wenn Rattenbabys auf dem selben Foto als Mäuse, Eichhörnchen, Marderhunde und Fuchswelpen identifiziert wurden – wer soll sagen, wer von ihnen Recht und Ahnung hat?

Hier kann ich nur Werbung für Foren machen.

Diese Homepage

Ich bin kein Tierarzt und wie beschrieben gibt es sinnvolle Quellen, um sich zu informieren. Informiert euch in passenden Foren und Büchern, eine umfassende Darstellung von Krankheiten und Symptomen bei Ratten kann und will ich nicht liefern. Nach 12 Jahren Rattenhaltung und Notfallarbeit habe ich viel Erfahrung gesammelt und diese will ich teilen. Wenn sie hilft zu bemerken, dass ein Tier krank sein könnte – sehr schön! Wenn ihr bereits gemerkt habt, dass ein Tier krank sein sollte, dann bringt es zum Tierarzt.

Fragt parallel nach Erfahrungswerten für Behandlung und Betreuung der Tiere, vielleicht gibt es noch Tipps dazu und neue Ansätze, die der Tierarzt noch nicht erfahren hat (viele nehmen Anregungen gerne an und diskutieren diese). Aber geht erst einmal zum Tierarzt – lieber einen Tag zu früh, als einen zu spät.

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